Herxheim – „Zwei Frauen falten sich – bewegt Altern“ ist der Name der Produktion, die das Chawwerusch Theater im Herxheimer Theatersaal, Obere Hauptstraße 14, am Freitag, 28. März, um 20 Uhr zum ersten Mal auf die Bühne bringt.
Miriam Grimm und Monika Kleebauer – zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen – beschäftigen sich an diesem Abend mit der Lebenszeit nach dem 40. Geburtstag. Was kommt danach? Ab wann ist man alt? Warum sind ältere Frauen in den Medien und der Öffentlichkeit kaum zu sehen, sogar unsichtbar?
Die Schauspielerinnen schlüpfen dabei in unterschiedliche Rollen und richten den Blick sowohl auf sich selber und nach innen, als auch auf die Gesellschaft, die ihre Körper und ihr Älterwerden wahrnimmt, bewertet und kommentiert.
„Sag mal Miriam, wie alt bist du eigentlich?“ Diese Frage bleibt erst mal unbeantwortet und muss mehrere Mal gestellt werden, bevor sie wahrheitsgemäß beantwortet wird. Und wahrscheinlich viele ältere Frauen kennen den Impuls, auf diese Frage nicht zu antworten oder auszuweichen. Warum ist das so? Und kann man sich mit der Nennung des eigenen Alters wirklich „nur Feinde machen“? Die beiden Spielerinnen beschäftigen sich mit dem Thema „Älterwerden“ ganz ohne Ausweichen und Scham, aber mit viel Neugier und Bewegungsfreude. Es geht um das, was alles nicht mehr geht, aber auch um alles, was noch geht oder neu geht. Um Einsamkeit und Altersdiskriminierung, um neu gewonnene Freiheiten und Freundschaften. Die einzelnen Szenen, Dialoge und Lieder sind aus eigenen biografischen Erfahrungen, aus einem Bewegungsworkshop mit verschiedensten Frauen zwischen 40 und 80 Jahren und aus Intensiv-Interviews entstanden. Die beiden Spielerinnen bringen so die Stimmen einer ganzen Schar von Frauen auf die Bühne, die von ihrem Leben erzählen und davon, wie es ihnen in den unterschiedlichen Lebensphasen ergangen ist.
Auch die Erfahrungen und Meinungen der Zuschauer spielen bei diesem offenen Konzept eine Rolle und so wird jede Vorstellung zu einem sehr persönlichen und berührenden Abend – für alle Zuschauer, unabhängig vom Geschlecht.
Immer wieder blitzt dabei das pralle Leben auf und wechselt sich ab mit leisen berührenden Momenten. Zu Abbas „Dancing Queen“ kann man sich mit 70 so glücklich und selbstvergessen drehen wie mit 17 – ganz ohne einen Spagat machen zu müssen. In der Geschichte eines Hochzeitsbrauchs offenbart sich im hemmungslosen Tanz der weisen alten Frauen eine große starke Gemeinschaft, die das Leben in jedem Atemzug genießt. Ihre Lebensfreude ist so groß, dass sie sogar in den Jungen die Sehnsucht nach dieser Zeit des Alters weckt, in der sie erfüllt sein werden von Leben, Würde und Wissen.
Liam Clancy war bereits in der Expeditions-Produktion „Livename“ für die Choreografie zuständig. Er ist Tänzer, Choreograf und Feldenkrais-Lehrer und hat in „Zwei Frauen falten sich“ neben der Choreografie auch die Regie übernommen. In seiner Inszenierung sind die beiden sich bewegenden Frauenkörper im Bühnenraum ein Statement gegen die Unsichtbarkeit von älteren Frauen im öffentlichen Raum und für einen wertungsfreien offenen Blick auf Körper, die nicht mehr jung sind. Ziel ist es, ein bewegtes und bewegendes Stück übers Älterwerden auf die Bühne zu bringen, das mit Humor und Tiefgang viele Fragen aufwirft, die in weiterführenden Gesprächen nach der Vorstellung gerne vertieft werden können.
Gar nicht altersgrau sind die sich wandelnden Kostüme, bunt und gefaltet lassen sie jede Bewegung ihrer Trägerinnen zu und versinnbildlichen eine Vielzahl an erlebten Geschichten und Gefühlen. So besteht zum Beispiel der reifrockunterstützte bunte Faltenrock aus vielen unterschiedlichen Rest-Stoffen, die nicht entsorgt werden, sondern im Rampenlicht nochmal sichtbar werden dürfen. Die Bühne lässt viel Raum für Bewegung. Nur zwei Stühle und einige wenige Requisiten unterstützen den Ausdruck von Gesicht und Körper der Spielerinnen (Kostüm- und Bühnenbild: Marie Sophie Heinen).
„Zwei Frauen falten sich“ ist nach der Premiere am 28. März 2025 noch bis zum 13. April im Herxheimer Theatersaal zu sehen. Karten sind im Vorverkauf unter www.chawwerusch.de sowie bei allen reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Produktion wurde gefördert vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz.
Spieltermine:
- Freitag 28.03.2025 20 Uhr – PREMIERE,
- Sa 29.03.2025 20 Uhr,
- So 30.03. 17 Uhr,
- Fr 04.04. 20 Uhr,
- Sa 05.04. 20 Uhr,
- So 06.04. 19 Uhr,
- Fr 11.04. 20 Uhr,
- Sa 12.04. 20 Uhr,
- So 13.04. 19 Uhr
Quelle: Chawwerusch Theater